Räder für die Mütter

Gutes tun – aber wie? Das war die Frage, die mich schon während meiner Reise 2012 nach Mosambik beschäftigte. Damals durfte ich als Preisträgerin des SOS-Kinderliteraturpreises in das Land im südlichen Afrika reisen. Die Organisation „SOS Kinderdörfer weltweit“ hat dort nicht nur Kinderdörfer errichtet, in denen Kinder ein neues Zuhause finden, wenn ihre Eltern entweder verstorben sind oder sich nicht um die Kinder kümmern können. Sie treibt auch viele andere Projekte im Land voran, um die Not vor Ort zu lindern und die Situation für Kinder im Land nachhaltig zu verbessern. Damals hatte ich vor meiner Reise einige Spenden von mir selbst, von Familienmitglieder und Freunden im Gepäck. Aber das Geld einfach so zu übergeben, erschien mir irgendwie unpassend. Darum habe ich mich an Fidelis, den damaligen Spendenbeauftragten bei SOS-Kinderdörfer in Mosambik und immer noch lieben Freund, gewandt. Wir sprachen gemeinsam verschiedene Verwendungszwecke für die Spenden durch. Und das ist daraus geworden: Für 1000 Euro wurden zehn Fahrräder für die SOS-Kinderdorf-Mütter angeschafft. Ich wurde selbstverständlich nach meiner Rückkehr darüber auf dem Laufenden gehalten, weiß, wie viel Spaß den Müttern das Fahrradfahren-Lernen gemacht hat und wie nützlich die Räder für die Mütter sind. Das ist eine tolle Erfahrung. Und die möchte ich gerne wiederholen. Deshalb sammle ich anlässlich meines 10-jährigen Autorinnen-Jubiläums Spenden.

Ich habe dazu eine Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

 

Paradies mit Schönheitsfehlern…

Mosambik ist ein Land voller Gegensätze. Es liegt am Indischen Ozean. Die Küste sieht so aus, wie man sich das Paradies vorstellt. Doch dieses Paradies hat einen echten Schönheitsfehler: Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Als ich gemeinsam mit meiner Tochter die Projekte und Dörfer von „SOS Kinderdörfer weltweit“ in Mosambik besuchte, hatten wir vorab so unsere Bedenken: Was wird die Armut, die Not und das Elend in den Slums mit uns machen? Was wir dann erlebt haben, war berührend. Aber eben nicht nur hinsichtlich der Lebensumstände, in der die Familien in den Randgebieten der Hauptstadt Maputo und den anderen Städten Mosambiks leben. Wir erlebten auch eine andere ergreifende Situation: Alle Menschen empfingen uns mit so viel Lebensfreude, mit Freundlichkeit und Neugier, dass uns das schier überwältigte. Einer meiner ersten Gedanken war damals: Davon können wir nur lernen. Vielen Dank an all die tollen Menschen, bei denen wir in ihren Häusern, Hütten oder Werkstätten zu Gast sein durften und die uns wie selbstverständlich an ihrem Leben und Alltag haben teilhaben lassen.

Ich möchte nach zehn Jahren Autorinnen-Dasein gerne etwas von der Freundlichkeit zurückgeben. Darum habe ich eine Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

 

 

Weltweit: Spielen, lachen, lesen, lernen

Bevor ich Euch heute weiter von meinen Eindrücken aus meiner Reise nach Mosambik und den Besuch der SOS Kinderdörfer dort berichte, hier noch einmal mein Anliegen: Anlässlich meines 10-jährigen Autorinnen-Jubiläums sammle ich spenden und möchte selbst etwas weitergeben.

Darum habe ich eine eigene Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

Bem venido! So wurden meine damals 14-jährige Tochter und ich in Mosambik begrüßt. Die Amtssprache des Landes ist nämlich Portugiesisch. Doch viele Menschen in Mosambik sprechen diese Amtssprache gar nicht, sondern nur einen der vielen Regionalsprachen. Außerdem kann in Mosambik etwa die Hälfte der Erwachsenen weder lesen noch schreiben. Deshalb erlebten wir es damals als echte Ermutigung, wie sehr sich die Organisation „SOS-Kinderdörfer weltweit“ für Bildung einsetzt. Wir durften Schulen besuchen, haben erlebt, mit welcher Begeisterung die Kinder dort lernen (wirklich!). Und in der Pause haben wir uns einfach mit dazugestellt und mit den Kindern gemeinsam gespielt. Naja, eigentlich haben die Kinder sich abgemüht, uns ihre Spiele beizubringen – zum Beispiel Abzählreime oder Matokosana, ein Spiel ähnlich wie unser Murmelspiel, allerdings mit Kieselsteinen. Wir hatten zusammen so viel Spaß! Das bestätigt auf alle Fälle: Gemeinsam spielen und lachen verbindet. Und die Verbindung hält bis heute!

Was für ein Empfang!

Ich hatte Euch versprochen, ein bisschen über meine Reise mit „SOS-Kinderdörfer weltweit“ nach Mosambik zu erzählen. Als wir – meine damals 14-jährige Tochter und ich – im Januar 2012 in Mosambik ankamen, waren wir von dem Empfang im Kinderdorf in Maputo überwältigt. Wir durften im Gästehaus des Dorfes wohnen und wurden mit fantastischem Essen, gekocht von den SOS-Kinderdorf-Müttern, verwöhnt. Wir verbrachten einige Tage im SOS-Kinderdorf in der Hauptstadt Mosambiks. Als wir dann in den Norden weiterreisten, riss die Gastfreundschaft nicht ab. In Tete wurden wir von singenden Kindern willkommen geheißen. In Chimoio hatte ich Zeit, mich lange mit einer der SOS-Mütter zu unterhalten, während meine Tochter mit den Kindern des Dorfes beim Fußballspielen war. In Inhambane überreichte meine Tochter den größeren Kindern einige Basketbälle, die sie von ihrer Basketball-Mannschaft von zu Hause als Geschenk dabei hatte. Die Bälle wurden natürlich auch sofort ausprobiert. Wir hatten so tolle Tage in Mosambik, dass ein Teil unseres Herzens dort geblieben ist.

Ich bin immer noch unendlich dankbar für diese Erfahrung! Davon möchte ich gerne etwas zurückgeben. Deshalb sammle ich im Rahmen meines 10-jährigen Autorinnen-Jubiläums Spenden für „SOS-Kinderdörfer weltweit“.

Dazu habe ich eine eigene Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

 

Mein Brief an ein Kind aus Mosambik

Bitte unterstützt mein Spendenvorhaben anlässlich meines 10-jährigen Autorinnen-Jubiläums!

Ich habe eine eigene Spendenseite eingerichtet:

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Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

Gerade die Arbeit der Organisation SOS Kinderdörfer weltweit liegt mir sehr am Herzen. Als erste Preisträgerin des SOS-Kinderliteraturpreises war ich 2012 in Afrika in Mosambik. Ich konnte dort erleben, unter welchen extremen Bedingungen die Kinder dort leben – und wie SOS Kinderdörfer hier hilft.

Für den African Child Day 2012 habe ich meine Gedanken über eine Eindrücke der Lebensbedingungen von Kindern in Mosambik in einem „Brief an ein mosambikanische Kind“ festgehalten:

Liebes Kind aus Mosambik,

wir fuhren mit dem Auto zum Teatro Avenida in Maputo, Mosambik. Stiegen aus, um einen Kaffee zu trinken. Da sah ich dich. Wie aus einem Mankell-Roman: klein, dürr, nackte Beine. Unsere Blicke trafen sich und Du lächeltest mich an. Ich winkte Dir zu, Du standst auf und hüpftest von einem Bein auf das andere. Dann stupste Dich ein Kind an. Es wollte weiter Matocosana mit Dir spielen. Du setztest dich wieder auf den sandigen Boden und hantiertest mit den Steinen, die man für dieses Spiel braucht. Ich beobachtete Euch. Das war ein Moment der Freude und des Vergnügens. Für Euch und für mich. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber was ich weiß ist, dass es viel zu vielen Kindern in deinem Land schlecht geht.
Dass viele von Euch Angst haben müssen. Angst davor, dass Eure Eltern es heute nicht schaffen werden, etwas zu essen für Euch und Eure Geschwister aufzutreiben.
Angst davor, bei Euren Streifzügen durch die Gegend vielleicht auf eine der immer noch im Boden schlafenden Landminen zu treten.
Angst davor, dass Eltern oder Geschwister sich mit dem HI-Virus anstecken und nicht überleben. Angst davor, dass morgen Euer Leben vielleicht noch weniger unbeschwert sein könnte als heute.
Dann stiegen wir wieder ein und fuhren weiter. Ich warf Dir zum Abschied noch einen Blick zu. Du musstest diesen Blick gespürt haben, denn Du sahst zu mir auf. Ich konnte Dir in dem Moment nichts schenken, als ein Lächeln. Du lächeltest zurück.
Und dieses Lächeln habe ich mitgenommen nach Deutschland. Ich habe es in mir behalten und dein Lächeln ist Anlass genug für mich, mich für ein gutes und glückliches Leben von Kindern in Deinem Land einzusetzen. Und das ist die Aufgabe von uns Erwachsenen – nicht nur in Deinem Land, sondern auf der ganzen Welt. Ich werde darüber sprechen und darüber schreiben, um alle daran zu erinnern, die das vielleicht vergessen haben.
Ich bin froh, dass ich Dich für einige Augenblicke kennenlernen durfte.

Deine Petra Bartoli y Eckert

SOS Kinderdörfer in Mosambik

Mein Spendensammeln geht weiter!

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Warum gerade SOS Kinderdörfer weltweit? Weil ich zu dieser Organisation einen ganz besonderen Bezug habe:

Bevor ich vor sechs Jahren ganz offiziell mit dem SOS-Kinderliteraturpreis ausgezeichnet wurde, durfte ich die Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit und deren Arbeit hautnah kennenlernen.

Im Januar 2012 reiste ich gemeinsam mit meiner Tochter nach Mosambik. Dort haben wir mehrere Kinderdörfer im ganzen Land besucht. Wir waren in der Hauptstadt Maputo, in Tete, dem vermeintlich heißesten Ort im Süden Afrikas, in Chimoio, dem Dorf, das von Autor Hennig Mankell gebaut wurde und in Inhambane, einem Ort direkt am Indischen Ozean. Dort überall durften wir am Dorfleben teilnehmen, haben gemeinsam mit den Kindern und Müttern gespielt, geredet, gegessen und gelacht. Die Eindrücke waren überwältigend und haben mich – und meine damals 14-jährige Tochter – nachhaltig geprägt. In den kommenden Tagen erzähle ich Euch ein bisschen mehr davon.

Jetzt aber nicht vergessen: Bitte macht mit! Gemeinsam werden wir 3000 Euro spenden!

Sonnenworte – meine Geschichte für den SOS-Kinderliteraturpreis

Ich hatte Euch ja um Unterstützung gebeten: Ich möchte anlässlich meines 10-jährigen Autorinnen-Jubiläums andere daran teilhaben lassen, dass das Leben es in den vergangenen Jahren so gut mit mir gemeint hat. Deshalb möchte ich SOS-Kinderdörfer weltweit Geld spenden. Ich habe dazu eine Spendenseite eingerichtet:

ttps://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

Als Preisträgerin des SOS-Kinderliteraturpreises habe ich jetzt noch ein kleines Zuckerl für Euch: Hier könnt Ihr noch meine Geschichte „Sonnenworte“ nachlesen, die die Jury von SOS-Kinderdörfer weltweit überzeugte:

Sonnenworte
Petra Bartoli y Eckert

Die Sonne kitzelt Lina an der Nasenspitze. Blinzelnd steht sie im Hinterhof auf dem Spielplatz. Dort ist jede Menge los. Lina hat ihr neues gelbes Rennauto in der Hand. Das hat sie heimlich mit nach unten genommen. Obwohl Mama das nicht gerne sieht. Aber sie kann es ja jetzt auch gar nicht sehen, weil sie oben in der Küche die Einkäufe verstaut.

„Ich geh raus, spielen!“, hatte Lina gerufen und war losgeflitzt. Mama hatte bestimmt genickt. Aber das konnte Lina schon nicht mehr sehen. Da hopste sie nämlich schon die Treppe nach unten. Immer zwei Stufen auf einmal. Das fühlt sich ein bisschen gefährlich an und beim Landen auf der übernächsten Stufe kitzelt es im Bauch.

Nun könnte sie Sandrallye spielen. Das geht mit einem echten Rennauto super. Aber im Sandkasten spielen die Kleinen. Und da hat Lina dann kaum Platz zum Rumfahren. Aber was dann? Lina kratzt sich mit der freien Hand am Kopf.

„Hallo!“, ruft da eine Stimme. Sie kommt aus Richtung Wasserpumpe. Und sie gehört Murat. Lina kennt ihn aus dem Kindergarten. Sie sieht zur Wasserpumpe, dort stehen Murat, Rika und Jonas. Schnell lässt Lina ihr gelbes Auto in der Hosentasche verschwinden. Wenn Murat und die anderen das sehen, wollen sie bestimmt sofort damit spielen. Und das will Lina nicht. Das Auto gehört schließlich ihr. Aber dass Murat sie ruft, findet sie gut. Mit ihm und den anderen zu spielen, ist sicher lustig. Lina hüpft im Zickzack über den Spielplatz zur Wasserstelle.

„Willste pumpen?“, fragt Jonas und geht einen Schritt von der Wasserpumpe weg. Lina nickt. Sie umfasst den Hebel mit beiden Händen.

„Musst aber kräftig drücken. Lass mich lieber. Mädchen haben keine Kraft“, sagt Murat. Er will Lina zur Seite schieben. Aber Lina lässt nicht los. Das wär ja noch schöner! Natürlich hat sie genug Kraft, um Wasser aus der Pumpe zu kriegen.

„Hör auf. Ich bin dran!“, zischt sie Murat an. Wütend packt er Lina an der Schulter.

„Hey, seht euch den an!“, ruft da plötzlich Rika. Murat nimmt seine Hand weg und sieht sich neugierig um. Lina lässt die Pumpe nicht los, obwohl sie auch sehen will, wen Rika entdeckt hat.

„Der hat eine Farbe im Gesicht wie Schokolade!“ Jonas staunt.

„Ein Neger!“, lacht Murat. Lina lässt nun doch los. Sie stemmt die Hände in die Seiten und schreit Murat mitten ins Gesicht: „Das sagt man nicht! Das ist eine Beleidigung! Du kannst höchstens ‚Schwarzer’ sagen.“

„He, du Schwarzer“, kichert Murat und winkt dem Neuen zu.

„Du bist echt plemplem“, murmelt Lina und schüttelt den Kopf.

Sie sieht sich den fremden Jungen genauer an. Er steht am Rand des Spielplatzes. Seine Hände hat er in den Hosentaschen vergraben, und seinen Kopf hat er eingezogen. Beinahe wie eine Schildkröte, findet Lina. Jetzt hebt der Neue ein wenig den Kopf. Lina kann riesige weiße Augen sehen. Er sieht genau in ihre Richtung. Lina guckt zu Murat und den anderen. Die stehen immer noch neben ihr und grinsen. „Pah“, flüstert Lina, hebt ihre Hand und winkt.

„Hallo“, ruft sie. Genau wie ihr Murat vorhin zugerufen hat. Der Junge hebt den Kopf noch ein Stückchen höher. Jetzt ist er keine Schildkröte mehr.

„Was willste denn mit dem?“, fragt Jonas. Lina zuckt mit den Schultern.

„Spielen“, antwortet sie zögernd.

Sie lässt die anderen stehen und geht langsam auf den Jungen zu.

„Wer bist du?“, fragt sie, als sie direkt vor ihm steht. Der Junge zuckt ein bisschen zusammen. Das sieht Lina genau. Bestimmt hat er Angst. Ist ja klar, hätte Lina auch, wenn sie ganz alleine und ganz neu auf einem Spielplatz wäre.

„Ich bin Lina“, sagt sie deshalb besonders freundlich. Aber der Junge antwortet nicht.

„Wie heißt du denn?“, fragt sie wieder. Immer noch keine Antwort.

Plötzlich steht Rika neben ihr „Lass den doch in Ruhe. Der kann ja noch nicht mal sprechen. Baby!“.

„Themba! Themba!“, schreit da jemand. Lina, Rika und der Junge heben gleichzeitig die Köpfe. Auf einem Balkon im vierten Stock steht eine dicke schwarze Frau und winkt. Da nimmt der Junge ganz langsam eine Hand aus der Hosentasche und hebt den Arm.

„Du heißt also Themba“, sagt Lina und nickt. Der Junge zieht die Hand nach unten und steckt sie schnell wieder in die Tasche.

„Ich geh zurück zu Murat und Jonas. Kommst du mit?“, fragt Rika.

Lina schüttelt den Kopf.

„Mit dem kannst du echt nicht spielen“, murmelt Rika und deutet mit dem Kopf zu dem fremden Jungen.

„Der heißt Themba“, presst Lina zwischen den Lippen hervor.

Rika streckt Lina und dem Jungen die Zunge heraus. Dann dreht sie sich um und läuft schnell zu den beiden anderen zurück.

„Ich spiel mit dir. Keine Sorge“, murmelt Lina.

Sie sieht sich um. Der Sandkasten ist leer. Die Kleinen sind bestimmt wieder bei ihren Mamas. Lina tippt Themba auf die Schulter und zeigt auf den Sandkasten.

„Komm mit“, sagt sie bestimmt. Dann geht sie los. Ob der fremde Junge nachkommt? Lina setzt sich auf den Rand des Sandkastens, greift in die Tasche, tastet nach dem Rennauto und zieht es heraus. Ganz vorsichtig setzt sie es in den Sand. Da merkt sie, wie sich jemand neben sie hockt. Lina schiebt das Auto hin und her. Dann dreht sie sich zur Seite. Und da muss sie grinsen. Themba ist wirklich mitgekommen! Sie zwinkert ihm zu und guckt dann schnell wieder zum Auto. Das lässt sie im Kreis fahren. Rundherum. Und noch eine Runde. Im Sand sind die Reifenspuren zu sehen. Lina nimmt das Auto und hält es Themba hin. Aber Themba rührt sich nicht. Da stupst Lina ihn ein wenig mit dem Ellbogen in die Seite. Na also! Themba nimmt das Auto. Er hält es, als könnte es jeden Augenblick kaputt gehen, und setzt es langsam wieder in den Sand. Dann fährt er los. Das Auto rollt vor und zurück. Immer an einer anderen Stelle des Kreises. Jetzt haben Linas Spuren Strahlen bekommen.

„Eine Sonne!“ Lina ist begeistert.

„Ilanga“, sagt Themba. Aber so leise, dass Lina es beinahe überhört hätte.

„Lilaga“, fragt sie verblüfft, „heißt das Sonne?“

Plötzlich fängt Themba an zu lachen und schüttelt den Kopf.

„Ukukhanya“, sagt er zwischen zwei Glucksern.

„Kuckuckalia“, antwortet Lina, „hört sich sehr sonnig an.“

Jetzt zeigt Themba zum Himmel. „Ihlobo“

„Sologo“, sagt Lina und grinst.

Dann fangen beide an zu lachen. Ganz schrecklich laut und lang. Bis sie sich die Bäuche halten müssen, weil die vom Lachen schon ein bisschen weh tun.

Darum merken sie gar nicht, dass Murat, Rika und Jonas zu ihnen herüberkommen.

„Was sprecht ihr denn da für einen Unsinn?“, fragt Jonas und runzelt die Stirn.

„Wir sprechen über die Sonne. Aber das verstehst du wohl nicht“, antwortet Lina.

Sie sieht Themba an und grinst. Themba grinst zurück.

„Schöne Sonnenworte“, murmelt Rika. Dabei wird sie ein bisschen rot.

Themba sieht sie freundlich an.

„Können wir mitspielen?“, fragt Murat zögernd.

Lina zieht ihre Augenbrauen hoch und guckt zu Themba. Er grinst schon wieder.

„Na gut“, sagt Lina gnädig. Dann gibt sie Themba mit ihrem Po einen kleinen Schubs. Damit er den anderen etwas Platz macht. Und Themba versteht sofort.

SOS-Kinderliteraturpreis 2012

Im Mai 2012 wurde ich in Hamburg mit dem SOS-Kinderliteraturpreis 2012 ausgezeichnet. Das gehört zu den ganz besonderen Highlights der letzten zehn Jahre meines Autorinnen-Lebens. Die Auszeichnung wurde in Hamburg vom renommierten Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel verliehen, der in der Jury für die Auswahl der preiswürdigen Geschichten saß.

Mir und der Hamburger Autorin Cornelia Manikowsky, die auch ausgezeichnet wurde, wurde eine wunderschöne Skulptur einer indischen Künstlerin (siehe Bild zum Beitrag), die in einem SOS-Kinderdorf aufwuchs, übergeben, .

Michaela Braun, Aufsichtsratsmitglied der SOS-Kinderdörfer weltweit, hielt eine kleine Rede und betonte: „Den SOS-Kinderdörfern liegt es sehr am Herzen, das Lesen und Vorlesen zu fördern, denn es ist ein elementarer Bestandteil von Kindheit, ein Schlüssel zur Bildung und ein wunderbares Freizeitvergnügen auf der ganzen Welt.“

Was für ein toller Tag!

Die Verbindung, die seitdem zwischen mir und der Kinderhilfsorganisation „SOS Kinderdörfer weltweit“ besteht, ist tragfähig und ich unterstütze die Arbeit von SOS Kinderdörfer mit voller Überzeugung. Deshalb möchte ich zu meinem 10-jährigen Autorinnen-Jubiläum auch Geld an die Organisation spenden. Und ich lade Euch alle ein, mich dabei zu unterstützen!

Ich habe eine eigene Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

 

 

Dafür bin ich dankbar!

Seit zehn Jahren bin ich nun Schriftstellerin. In dieser Zeit ist mir so viel Gutes widerfahren, wofür ich sehr dankbar bin. Und das nicht nur als Schreibende, sondern auch als Mensch…

  • Ich muss mir keine Sorgen um die ganz elementaren Dinge im Leben machen: Ich habe ausreichend davon.
  • Ich habe Menschen um mich herum, die es gut mit mir meinen.
  • Ich lebe in einer wunderschönen Umgebung, die mich zum Schreiben inspiriert.
  • Ich hatte im Laufe der vergangenen zehn Jahre viele Begegnungen mit Menschen, die mich berührt, geprägt und begeistert haben.
  • Ich durfte in den vergangenen zehn Jahren viel reisen und Orte entdecken, die mich beflügelt haben.

Und weil das so ist, möchte ich gerne meine Dankbarkeit nicht nur äußern, sondern auch etwas weitergeben. Darum werde ich in den kommenden vier Wochen über eine Zeit in meinem Schriftstellerinnen-Leben berichten, die mich nachhaltig beeindruckt hat: Meine Reise 2012 nach Mosambik und den Besuch von SOS-Kinderdörfern dort im Land. Deshalb möchte ich dieser Kinderhilfsorganisation Geld spenden. Und ich würde mich freuen, wenn Ihr mitmacht.

Ich habe dazu eine eigene Spendenseite eingerichtet:

https://www.meine-spendenaktion.de/aktion/erfolgsgeschichten-bartoli10

Jede eingegangene Spende dort werde ich verdoppeln. Unser gemeinsames Ziel: 3000 Euro – also 1500 Euro von Euch und 1500 Euro von mir. Das schaffen wir! Ich freue mich, wenn Ihr mich bei diesem Vorhaben unterstützt!

 

Autor*innen schreiben nicht nur, sie lesen auch…

Ich bin sehr stolz darauf, dass meine Bücher zu den Lieblingsbüchern von Leserinnen und Lesern gehören. Aber selbstverständlich schreiben ich nicht nur Geschichten, sondern lese auch leidenschaftlich gerne. Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt: Und was liest eine Autorin dann so?

Ich verrate Euch heute meine zehn Lieblingsbücher, die mich entweder ganz aktuell begleiten, berühren und begeistern, oder schon mein Leben lange inspirierendes Lesefutter für mich sind:

  1. Pippi Langstrumpf (Astrid Lindgren, Oetinger, 1970)– ein Klassiker, der mich schon beinahe ein Leben lang begleitet. Ich glaube, darüber muss ich gar keine Worte verlieren…
  2. In meinen Träumen läutet es Sturm (Mascha Kaléko, dtv, 1978): Ich lese nicht nur gerne Belletristik, sondern auch Lyrik. Und Mascha Kaléko ist eine echte Herzenslyrikerin für mich!
  3. Der Chronist der Winde (Henning Mankell, dtv, 2002): Ich mag die meisten Bücher von Mankell. Dieses hat mich ganz besonders berührt – vielleicht weil ich selbst Mosambik schon einmal bereist und eine intensive Verbindung zu diesem Land habe. Ich mag aber auch Mankells Thriller. Was ich an Mankell außer seiner Literatur noch sehr schätze: Er hat ein SOS-Kinderdorf in Mosambik finanziert und in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik ein Theater aufgebaut. Wow!
  4. Ein fabelhafter Lügner (Susann Pásztor, KiWi, 2010): Die Geschichte erzählt das Leben von Joshi Molnár aus der Perspektive seiner jugendlichen Enkeltochter. Nicht nur dieses Buch, auch die beiden weiteren Romane der Autorin haben mich begeistert!
  5. Schneewittchen muss sterben (Nele Neuhaus, List, 2010): Ich liebe Krimis und Thriller. Vielleicht weil sie ein gutes Gegenstück sind zur Kinderliteratur, die ich selbst schreibe. Besonders gerne lese ich Nele Neuhaus. Dieser Band rund um das Ermittlerteam Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ist einer meiner Lieblingskrimis.
  6. 28 Tage lang (David Safier, Kindler, 2014): Ich weiß noch, dass dieses Buch erst lange im Regal stand, bevor ich es schließlich gelesen habe. Die Geschichte spielt im Warschauer Ghetto und ist keine leichte Kost. Aber äußerst lesenswert!
  7. Der Club der Traumtänzer (Andreas Izquierdo, Dumont, 2015): Wie wird ein Schnösel zum mitfühlenden Menschen? Dieser Frage spielt in der Geschichte die Hauptrolle. Was mir sehr an dem Roman gefällt: Andreas Izquierdo lässt benachteiligte Kinder mitspielen – gut gezeichnet, authentisch und ohne Klischee. Hervorragend!
  8. Der Pfau (Isabel Bogdan, Kipenheuer & Witsch, 2016): Ein kleines, feines Buch über eine Tagung in einem Cottage, die aus dem Ruder läuft. Wer englischen Humor mag, wird dieses Buch lieben.
  9. Die Wunderübung (Daniel Glattauer, Goldmann, 2016): Ich liebe die Geschichten von Daniel Glattauer! Und dieses ganz besonders. Denn es ist ein Theaterstück, dass in äußerst humorvoller Weise eine Ehetherapie schildert. Überraschungen inbegriffen.
  10. Unterleuten (Juli Zeh, btb, 2017): Diese Buch hat zurecht viel Lob bekommen. Ich bin von der Sprache Juli Zehs begeistert, habe mir Sätze aus dem Buch auf der Zunge zergehen lassen und war fasziniert davon, wie die Autorin die Geschichte vorantreibt. Ein echtes literarisches Feuerwerk!