Mein erstes Kinderbuch: Allererste Vorlesegeschichten

Nach meinem ersten Roman kam ein Kinderbuch. Hier war ich Mitautorin neben einigen anderen Autorinnen.

Während meiner Ausbildung zur Drehbuchautorin lernte ich eine Lektorin kennen, die als freie Mitarbeiterin für verschiedenen Kinderbuchverlage arbeitete. Sie holte mich für dieses Buch mit ins Boot. Meine Drehbuch-Ausbildung hat sich also im doppelten Sinne gelohnt: Ich habe viel dazu gelernt und konnte erste Netzwerke knüpfen.

Mein allererstes Kinderbuch war dann – wie sollte es anders sein: „Allererste Vorlesegeschichten“ 🙂 Gebunden, mit Lesebändchen, Knallgelb im Cover, renommierter Verlag (Fischer Duden), und das Beste: mit fünf Geschichten für 2-Jährige von mir. War das toll! Das Buch gibt es übrigens immer noch im Handel, mittlerweile gerelauncht und in einer Neuauflage. Das freut mich wirklich sehr.

Was? Kündigen???!

Vor genau zehn Jahren machte ich ernst: Ich kündigte meine unbefristete Stelle als Sozialpädagogin im öffentlichen Dienst, um fortan freiberuflich als Autorin zu arbeiten. (Achtung! Wichtiger Hinweis: Nicht für jede*n zum Nachahmen empfohlen!)

Das war keineswegs eine Bauchentscheidung. Ich hatte meine Ausbildung zur Drehbuchautorin in der Tasche. Einige Schreibanfragen lagen auf dem Tisch. Und meine freie Tätigkeit als Referentin wollte ich erst einmal auf alle Fälle behalten.

Die Zeit, die ich mir für das Schreiben nehmen konnte, war viel zu wenig, denn mein Beruf forderte ziemlich viel von mir. Und so hängte ich also meine Arbeit als Sozialpädagogin mit einem lachenden und einem weinenden Auge an den Nagel. Was mein Glück war: Mein Mann stand hinter mir, unterstützte mich bei meiner Entscheidung und begleitete mich auf meinem Weg. Höchste Zeit, einmal danke dafür zu sagen: „Danke! :-)“

Ausbildung zur Drehbuchautorin: Mein Handwerkszeug

Schreiben kann doch jede*r!? Nun ja… Ich habe mit dem Schreiben ganz intuitiv begonnen. Durch meine Arbeit als Sozialpädagogin hatte ich einen großen Fundus an Geschichten und Inspirationen. Doch ich war mir schnell sicher: Um wirklich gut schreiben zu können, braucht es mehr. Denn Schreiben ist zum Großteil ein Handwerk, das man lernen kann und sollte.

Von meiner Mentorin Lotte Kinskofer ermutigt, meldete ich mich 2007 bei TOP:Talente, der Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie an. In Leipzig machte ich dann berufsbegleitend eine Ausbildung zur Drehbuchautorin, die ich 2008 abschloss.

Rückblickend kann ich sagen: Es war eine gute Entscheidung! Ich habe während der Ausbildung viel über dramaturgisches Schreiben, Entwicklung von Figuren und Wendepunkte in einer Geschichte gelernt. Später habe ich dann auch einige Drehbücher für eine Fernsehserie und Imagefilme geschrieben. Dadurch habe ich zwar festgestellt, dass ich persönlich lieber für den Buchmarkt schreibe. Aber meine Haltung, meine Kompetenzen und meinen Blick für Geschichten konnte ich durch die Ausbildung zur Drehbuchautorin auf alle Fälle weiterentwickeln.

Der Einstieg: ein steiniger Weg

Vor etwas mehr als elf Jahren war mein erster Roman fertig. Was war ich stolz! Hatte ich doch über Monate Abend für Abend nach Feierabend damit verbracht, an meinem alten PC (der damals auch noch im ziemlich kalten Keller stand) Kapitel um Kapitel zu schreiben, wieder zu löschen und neu anzufangen. Jetzt war ich also am Ende angelangt. Und merkte in meiner ersten Euphorie gar nicht, dass das eigentlich erst der Anfang war. Denn bis ich schließlich meine Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln in Händen halten konnte, sollte noch eine gefühlte halbe Ewigkeit vergehen.

Ich schickte mein Manuskript damals an unzählige Verlage. Am Anfang dachte ich noch: „Der Roman würde toll ins Programm des Diogenes Verlag passen.“ Also schickte ich den Papierstapel mit meiner Geschichte nach Zürich – und bekam Monate später eine Absage. Genau so erging es mir mit etlichen anderen großen Verlagen. Entweder wollten sie meinen Roman nicht. Oder sie meldeten sich erst gar nicht zurück.

Erst nachdem meine damalige Mentorin mir riet, mich doch an kleine regionale Verlage zu wenden, nahm meine Verlagssuche Fahrt auf. Schließlich bekam ich von einem unabhängigen Kleinverlag (Spielberg) eine Zusage. Der Verleger war von meiner Geschichte überzeugt. Mein Buch hatte endlich eine Verlagsheimat gefunden. Als die ersten Exemplare meines Buches dann bei mir per Post eintrafen, war ich tagelang trunken vor Freude!

Die Geburtsstunde meines ersten Romans

Mein erster Roman, den ich veröffentlicht habe, ist eine ganz besondere Geschichte. Sie ist nämlich eine Herzensgeschichte und im weitesten Sinne ein Vermächtnis, das ich bekommen und weitergegeben habe. Das hört sich jetzt doch sehr pathetisch an, merke ich. Darum fange ich lieber anders an, davon zu erzählen:

Den Mut, wirklich ernsthaft zu schreiben, fasste ich nach einem ziemlich traurigen Ereignis: Meine Oma war gestorben. Als ich klein war, war sie es, die mir Geschichten erzählte und mich in meiner Phantasie mit in andere Welten nahm. Das waren in der Regel keine Traumwelten, sondern vielmehr die Vergangenheit, in der sie selbst großgeworden war. So erfuhr ich über die Zeit kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende, über Kriegswirren und Wiederaufbau – und über ihr Leben damals als Mädchen und junge Frau auf dem Land.

Diese Geschichten faszinierten mich so sehr, dass ich mir immer vorgenommen hatte, sie auch einmal meiner Tochter zu erzählen. Als meine Oma dann starb, war mir schlagartig klar: Wenn ich die Geschichten jetzt nicht irgendwie festhalte, gehen sie verloren.

So begann ich, die Episoden aus dem Leben meiner Großmutter aufzuschreiben. Nach und nach merkte ich, dass daraus etwas ganz Neues entstand. Die Oma-Erzählungen waren nur noch die Grundidee. Ich begann, über die Zeit zwischen 1914 und 1955 zu recherchieren. Das Ergebnis war eine fiktionale Geschichte über eine junge Frau und ihre Großmutter mit Gegenwartstexten und Rückblenden: Glückssachen war entstanden.

Wie alles begann…

Der Startpunkt meiner Arbeit als Schriftstellerin waren nicht die ersten Worte, die ich für meinen Erstlingsroman geschrieben habe. Auch nicht das Basteln an der Geschichte. Der Beginn liegt viel weiter zurück. Um genau zu sein: Alles begann in einer Supervisionsstunde, die ich vor ziemlich genau 15 Jahren gemeinsam mit meinem damaligen Team besucht habe.

Ich arbeitete zu dieser Zeit als Sozialpädagogin mit Jugendlichen, die echte Schwierigkeiten hatten. Deshalb besprachen meine Kolleg*innen und ich unsere Fälle regelmäßig mit einer Supervisorin, die uns half, unseren Blickwinkel zu ändern und neue Ansätze zu entwickeln. In einer dieser Supervisionsstunden machte unsere Supervisorin eine ganz besondere Übung mit uns: Sie lud uns dazu ein, Visionen zu entwickeln. „Wo seht Ihr Euch in fünf Jahren?“, lautete ihre Frage, zu der wir uns Gedanken machen sollten. Meine Kolleg*innen überlegten sich, dann beispielsweise eine Leitungsfunktion zu haben oder in einem anderen Bereich tätig zu sein. Als ich an der Reihe war, meine Visionen in Worte zu fassen, brach es aus mir heraus: „Ich bin dann nicht mehr im sozialen Bereich tätig. In fünf Jahren bin ich Schriftstellerin.“

Dieser Satz sorgte für den Lacher des Tages. Meine Kolleg*innen amüsierten sich köstlich darüber und hielten meine Idee für einen Witz. Meine Supervisorin nicht. Sie nahm mich nach der Stunde beiseite und sprach mich darauf an. Wenn es mir wirklich ernst mit dieser Idee sei, dann hätte sie etwas für mich. „Meine Schwester ist Schriftstellerin. Wenn Du soweit bist, dann ruf sie einfach an.“

Es sollte noch Jahre dauern. Die Telefonnummer hütete ich in all dieser Zeit wie einen Schatz. Übertrug sie Jahr für Jahr in das beiliegende Adressbuch meines aktuellen Taschenkalenders. Vier Jahre später war mein erster Roman fertig. Ich traute mich kaum, die so lange aufgehobene Nummer zu wählen. Nahm dann aber all meinen Mut zusammen und rief an. Am anderen Ende der Leitung war dann tatsächlich eine „echte“ Schriftstellerin: Lotte Kinskofer. Sie wurde in den ersten Jahren meiner Gehversuche als Schriftstellerin meine Mentorin. Dafür bin ich ihr noch heute dankbar! So hat also alles begonnen…

10 Jahre Petra Bartoli y Eckert

Jetzt ist es soweit! Zehn Jahre: Das ist zweistellig. Eine ganze Dekade. Ziemlich lange oder vergangen wie im Flug – je nach Sichtweise. Zehn Jahre bedeutet: den Kinderschuhen entwachsen, schon um einige Erfahrungen reicher, nicht mehr grün, sondern bunt hinter den Ohren.

Ich feiere dieses Jahr mein 10-jähriges Autorinnen-Jubiläum und Ihr seid meine Gäste! Wie es sich für einen richtigen Geburtstag gehört, gibt es natürlich auch Geschenke. Dieser Blog, in dem ich über die vergangenen zehn Jahre berichten werde, ist mein persönliches Geschenk an mich selbst.

Was Euch hier erwarten wird: Geschichten …

  • darüber, wie alles begann,
  • über erste Gehversuche und Veröffentlichungen,
  • über Wegbegleiter*innen und Menschen an meiner (Buch-)Seite,
  • über meine Geschichten und
  • über besondere Momente aus den vergangenen zehn Jahren.

Zudem wird es auch „echte“ Geschenke – also solche zum Anfassen… – geben. Im Sommer erzähle ich Euch dazu mehr. Und ich möchte noch mehr Geschenke verteilen. Nämlich an Menschen, denen es nicht so gut geht, wie mir. Das wird im Herbst hier Thema sein. Ich freue mich, wenn Ihr gemeinsam mit mir mein Autorinnen-Jubiläum feiert und hier mitlest. Viel Spaß dabei!

Es gibt etwas zu feiern!

Warum es diesen Blog überhaupt gibt? Der Grund ist: Es gibt etwas zu feiern! Mich gibt es nämlich seit zehn – in Zahlen: 10 – Jahren!!! Also nicht mich persönlich natürlich. Das wäre ganz schön untertrieben. Und ein Jüngermachen um so viele Jahre erscheint mir sowieso sinnbefreit.

Was es aber seit zehn Jahren gibt, ist die Schriftstellerin Petra Bartoli y Eckert. Und diese Anzahl von Jahren wollte ich nicht so einfach abhaken. Ich hatte das Gefühl, dass dadurch das, was in den vergangenen zehn Jahren passiert ist, beliebig werden würde. Deshalb wird mein 10-jähriges Autorinnen-Jubiläum gefeiert. Wo? Hier! Und auf meiner Facebook-Seite. Und sicherlich auch zu Hause bei mir mit einem Gläschen Sekt. Gut, dazu seid Ihr jetzt nicht alle eingeladen. Aber dafür hier: Bitte mitlesen, mitfreuen, mitmachen und mitfeiern! Der Countdown für die Jubiläumsfeierlichkeiten läuft. Ab 01. Mai gibt es dann ein halbes Jahr lang Geschichten über und aus den vergangenen zehn Jahren meines Schriftstellerinnen-Daseins. Und noch einiges mehr. Ihr dürft gespannt sein!

Mein Leben vor dem Schreiben: Was mit Kindern…

Bevor ich Schriftstellerin wurde, hatte ich einen wirklich großartigen Beruf: Ich arbeitete als Sozialpädagogin mit verhaltensoriginellen Kindern und Jugendlichen. Diese Arbeit hat mich erfüllt. Gut, gestresst, genervt, zu Schweißausbrüchen getrieben und erschöpft hat sie mich manchmal auch. Da findet sich sicherlich jede und jeder von Euch wieder, wenn sie oder er an seine Arbeit denkt. Aber ich habe die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – gerade mit denen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Leben standen – mit vollem Einsatz und Begeisterung gemacht.

In den ersten Berufsjahren war ich in einer stationären Heimgruppe, in der neun Kinder und Jugendliche lebten. Das war eine unglaublich intensive Zeit. Dann habe ich einzelne Jugendliche bei ihrer Verselbständigung begleitet. Hier war ich dann mehr Einzelkämpferin, was nicht immer einfach war. Was für ein Glück, dass ich für Rückfragen, bei Ratlosigkeit und Frust ein tolles Team an meiner Seite hatte.

Obwohl ich so gerne in meinem Beruf gearbeitet habe, kam irgendwann der Zeitpunkt, eine Entscheidung zu treffen. Wie es dazu kam und welche Konsequenzen die hatte, könnt Ihr in den folgenden Beiträgen lesen. Ich freue mich, wenn Ihr dran bleibt.

 

Wer schreibt denn hier? That’s me!

Wo seid Ihr denn hier gelandet? Tatatata: Auf dem Blog der Autorin Petra Bartoli y Eckert! Einige Dinge über mich könnt Ihr schon in den vorherigen Beiträgen und unter der Homepage-Rubrik „Über mich“ lesen. Hier nun aber noch fünf gaaanz wichtige Eckpunkte, die es über mich so zu sagen gibt: Ich…

  1. … bin zwar Schreibprofi, aber Blogger-Neuling.
  2. … schreibe nicht nur, sondern lese auch alles, was mir zwischen die Finger kommt: von Werbetexten und Telefonbucheinträgen über Firmenschilder und Beipackzettel. Dennoch: Bücher sind mir natürlich als Lesefutter am liebsten!
  3. … liebe Kunst: egal, ob gemalt, gespielt oder geschrieben. Selbst kreativ sein kann ich aber nur mit Worten. Mein Pinselstrich ist zu vernachlässigen und musikalisch liegt mein Talent ausschließlich im Bedienen des Abspielgerätes. Aber man kann schließlich nicht alles können.
  4. … lebe in einer Zwischenwelt zwischen Stadt, Land und Fluss: nämlich in einem mittelkleinen Ort in direkter Nähe zu einer Großstadt, einen Steinwurf entfernt vom Ufer eines der längsten Flüsse Europas. (Konntet Ihr mir folgen?)
  5. … mag gerne beides: Berge und Meer, Schokolade und Chips, alleine in meinem Büro zuhause und in meinem Co-Working-Space gemeinsam mit einer Autorenkollegin arbeiten. Ihr könnt das jetzt entweder entscheidungsschwach oder vielseitig und flexibel nennen 🙂